Herpes bei Kleinkindern

Herpes bei Kleinkindern

Leider kommt es auch zu Herpes bei Kleinkindern. Es kann sogar zur Herpes-Infektion bei Neugeborenen kommen und hier unter Umständen einen schweren Verlauf nehmen, bei dem verschiedene Organe betroffen sein können.

Herpes labialis (Lippenherpes) und Herpes Genitalis bedeuten eine allgegenwärtige Gefahr für Kinder und Kleinkinder, weshalb sie davor geschützt werden sollten, so gut es geht.

Allerdings besagen weltweite Statistiken, dass die Mehrzahl der Weltbevölkerung Herpesviren in sich trägt und die meisten Menschen in unseren Breiten im Laufe ihres Lebens zumindest mit dem Herpes simplex Virus HSV-1 infiziert werden.

Diese Herpes-Unterart ist hauptsächlich für Lippenherpes, aber auch für mildere Formen des Herpes genitalis (Genitalherpes) verantwortlich.

Als Eltern und Erzieher ist es sinnvoll über das Thema Herpes bei Kleinkindern informiert zu sein, um Vorsorge ergreifen und im Bedarfsfall schnell handeln zu können.

Was ist eigentlich Herpes?

Herpesviren sind beim Menschen für vielerlei Infektionen der Haut und der Schleimhaut verantwortlich. Sie setzen sich in Zellen fest und können bei ungünstiger Immunlage eine Erkrankung auslösen.

Die Herpesviren Herpes-simplex HSV-1 und HSV-2 sind für Lippenherpes, Herpes im Mund, Herpes in der Nase und Herpes im Genital- und Analbereich verantwortlich sind.

Auch als Herpes am Auge und in schlimmen Fällen im Gehirn kann Herpes durch das Durchbrechen der Blut-Hirn-Schranke vorkommen.

Windpocken und Gürtelrose werden durch andere Herpesviren, nämlich durch die Varizella-Zoster-Viren (VZV), verursacht.

In seltenen Fällen können Herpesviren auch bis in die Blutbahn vordringen.

Herpes bei Kleinkindern – Die Ansteckung

In der Regel stecken sich Kleinkinder mit Herpes labialis an, der Bläschen in der Lippenregion verursacht. Bei Kleinkindern können bei der Erstinfektion außerdem Fieber und Kopfschmerzen als Begleiterscheinung auftreten.

Da die Herpes-Bläschen quälenden Juckreiz verursachen, wird das Kleinkind unweigerlich versuchen, diese Bläschen aufzukratzen.

Das führt zu einer Ausbreitung der Infektion, da die Flüssigkeit hochinfektiöses Material der Viren enthält. Reiben die Kinder sich anschließend die Augen oder Nase, kann es schon passiert sein und Nasenherpes und/oder Augenherpes können die Folge sein.

Deshalb sollten Sie mit Ihrem eventuell an Herpes erkrankten Kind umgehend den Kinderarzt oder den Hautarzt aufsuchen. Der Kindergarten kann eine Quelle der Ansteckung sein, weshalb das Thema dort besprochen werden sollte.

In seltenen Fällen kann ein Säugling bereits an Herpes genitalis erkranken, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt an einer akuten Infektion litt. Wenn Sie schwanger sind und Herpes genitalis haben oder es vermuten, dann muss Ihr Gynäkologe Sie behandeln und die Geburt vermutlich per Kaiserschnitt veranlassen.

Herpes bei Kindern – Die Diagnose

Nicht immer muss hinter einem Ausschlag Herpes stecken. Nur der Arzt kann abschließend feststellen, ob sich hinter einer Erkrankung Herpes, eine bakterielle Infektion oder sogar eine Allergie verbirgt.

Zwar sind die Bläschen am Mund sehr typisch für eine Infektion mit Herpes, aber es gibt unzählige andere Hautkrankheiten, die dafür verantwortlich sein können.

Der Arzt wird deshalb, nachdem er die Erkrankung in Augenschein genommen hat, noch weitere Untersuchungen zur Bestätigung der Diagnose anstellen.

Schon beim Verdacht auf eine Infektion mit Herpes beim Kleinkind, wird er umgehend eine Behandlung einleiten. Da das Immunsystem von kleinen Kindern noch nicht vollständig ausgebildet ist, könnten nämlich sonst Komplikationen auftreten.

Die Behandlung von Herpes bei Kleinkindern

Von der Selbstbehandlung von Herpes bei Kleinkindern sollten Sie absehen, da das Risiko von Komplikationen beim Kleinkind um ein Vielfaches höher ist als beim Erwachsenen.

Halten Sie stattdessen Rücksprache mit einem Arzt Ihres Vertrauens und halten Sie sich an dessen Verordnung und Rat zur Behandlung.

Dies ist besonders wichtig, da nicht alle Medikamente, die für Erwachsene geeignet sind, auch bei Kleinkindern sorglos angewandt werden können. Es gibt jedoch wirksame Salben, Cremes, Tinkturen und auch innerlich anzuwendende Arzneien, die auch erfolgreich gegen Herpes bei Kleinkindern eingesetzt werden können.

Welche davon für Ihr Kind geeignet sind, entscheidet der Arzt.Natürlich können Sie aber nach Rücksprache mit dem Arzt unterstützend zusätzlich bewährte Hausmittel gegen Lippenherpes anwenden, um eine schnellere Linderung herbeizuführen.

Wenn ein Kleinkind unter einer schweren, akuten Infektion mit Herpes leidet, wird er es eventuell sogar ins Krankenhaus einweisen.

Fazit zu Herpes bei Kleinkindern:

Auch wenn dies alles nicht sonderlich beruhigend sein mag, sollten Sie als Eltern allerdings nicht in Panik verfallen, wenn Ihr Kind an Herpes erkrankt ist. Es benötigt jetzt Ihre volle Aufmerksamkeit und Ihren Trost, aber vor allen Dingen auch Ihre Ruhe, die sich positiv auf sein Immunsystem auswirkt und somit seine Abwehr stärkt.

Was Sie selbst zur Vorsorge vor Herpes und generell einer besseren Gesundheit Ihres Kleinkindes beitragen können, ist eine Unterstützung des Immunsystems durch gesunde Ernährung, für viel Bewegung des Kindes an der frischen Luft sorgen, Stress und Sorgen möglichst nicht auf das Kind übertragen etc.

Und wenn es doch dazu kommt: Herpes bei Kleinkindern ist zwar unangenehm, aber er ist heutzutage durchaus gut behandelbar.

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